Donnerstag, 15. März 2012

Douglas Adams: Das Restaurant am Ende des Universums

Hier handelt es sich um den zweiten Roman einer fünfeiligen Reihe, die bezeichnend nach dem ersten Buch “Per Anhalter durch die Galaxis”-Reihe bezeichnet wird.
1. Per Anhalter durch die Galaxis
2. Das Restaurant am Ende des Universums
3. Das Leben, das Universum und der ganze Rest
4. Macht´s gut, und danke für den Fisch
5. Einmal Rupert und zurück


Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.  

Arthur, der einzige Mensch, der die Sprengung der Erde, überlebt hat, hockt an Bord des Raumschiffs Herz aus Gold und wünscht sich vom gastronomischen Dienstroboter eine Tasse Tee. Genau in dem Moment, als dem Bordcomputer des Raumschiffs klar wird, dass der Geschmack von Tee eine hochkomplexe Angelegenheit ist, über die er ein paar Stunden grübeln muss, taucht ein vogonisches Zerstörerraumschiff auf. Die Vogonen waren es, die den Auftrag der Sprengung der Erde ausgeführt hatten und sie sehen ihren Auftrag nicht als beendet, solange noch ein Erdling munter durch das Universum spaziert.
Also feuern sie ihr ganzes Arsenal Waffen auf die Herz aus Gold, die aufgrund der komplizierten Tee-Grübeleien des Bordcomputers zu keiner Reaktion imstande ist. Der (nicht ganz rechtmäßige) Besitzer der Herz aus Gold greift daher zu der einzigen Möglichkeit, die er zur Rettung sieht: Er setzt sich mit seiner Crew im Kreis und beschwört Geister aus der Welt der Toten. Sein Urgroßvater ist der einzige, der ihnen aus dieser brenzligen Lage raushelfen kann.
Und so geschieht es. Die Herz aus Gold taucht unversehrt mehrere Licht- und Nichtlichtjahre weit weg vom Ort des Überfalls auf, um nach dem mächtigsten Mann des Universums zu suchen. Natürlich gelingt ihnen das nicht so einfach, wie sie sich das anfangs vorstellen.

Arthur und Trillian hatten den starren Gesichtsausdruck von Kaninchen auf einer nächtlichen Straße, die glauben, die beste Art, mit näherkommenden Scheinwerfern fertigzuwerden, ist, sie zu hypnotisieren.
Zaphod drehte sich mit wilden Blicken um.
“Ford”, sagte er, “wieviele Fluchtkapseln gibt´s hier?”
“Keine”, sagte Ford.
Zaphod schnatterte vor Angst.
“Hast du sie gezählt?”. schrie er.
“Zweimal.” 


Das Restaurant am Ende des Universums ist in jedem Fall eine turbulente Weltraumreise, der man zumindest eines nicht nachsagen kann: Nämlich dass sie leicht vorausschaubar wäre. Im Laufe der Geschichte wird reichlich vorwärts und rückwärts durch die Zeit gereist, seltsame Leute angetroffen und dabei kommt es zu der einen oder anderen ulkigen Situation. Für Anhänger lässiger Sprüche im Stile von Bud Spencer und Terence Hill hat das Buch ein paar nette Schoten in petto.

Der Designer des Gewehrs war ganz offensichtlich nicht angewiesen worden, beim Entwerfen wie die Katze um den heißen Brei herumzugehen. “Mach es böse”, hatte man ihm gesagt, “mach absolut klar, daß dieses Gewehr eine richtige und eine falsche Seite hat. [...] Das ist kein Gewehr zum Über-den-Kamin-hängen oder zum In-den-Schirmständer-stellen, das ist ein Gewehr, mit dem man rausgeht und Leute unglücklich macht.”
Trotzdem ist es nicht so, dass man während des Lesens in epileptische Lachanfälle ausbricht. Die Ideen Adams sind bekanntermaßen bewusst absurd (wie die gelangweilten, hyperintelligenten Fahrstuhle im Redaktionsgebäude des Anhalters, denen es nicht erlaubt war, sich aus Protest heraus seitwärts statt auf- und abwärts zu bewegen), manches auch durchaus gesellschaftskritisch (wie die Tatsache, dass der mächtigste Mann des Universums nur jemand sein darf, der diese Macht nicht haben will, weil Machtgierige damit nur Unsinn anstellen würden). Den kreativen und vielfältigen Geist mit Liebe zum Detail wie beispielsweise bei Stanislaw Lems Sterntagebüchern erreicht das Restaurant am Ende des Universums jedoch nicht.
Es gibt zwar einige Momente, die zum Staunen anregen (wie eben besagtes Restaurant am Ende des Universums, was immer im Zeitpunkt des Weltuntergangs eine Kehrtwendung durch die Zeit macht und die letzten Tage vor diesem Untergang endlos oft durchläuft) aber vielmehr als dieses kurze Staunen ringen einen die ungewöhnlichen Settings meist nicht ab.
Die meisten Elemente der Geschichte bleiben unverändert: Marvin, der depressive Roboter bleibt ein nörgelnder, depressiver Roboter, der trotz allem den Protagonisten zu jeder passenden Gelegenheit aus der Patsche hilft, Arthur mimt den weniger genialen Erdlings-Deppen und immer, wenn man befürchtet, dass als nächstes etwas ganz Schlimmes passieren wird, nimmt die Geschichte eine unvorbereitete Wendung (ein Kommandant in einer Badewanne taucht auf o.ä.) und die Katastrophe scheint abgewendet - vorerst. Auch der alte 42-Witz aus Teil 1 wird im Restaurant am Ende des Universums noch einmal aufgewärmt, ohne jedoch zu verblüffenden, neuen Erkenntnissen zu führen.
Unterm Strich also eine ganz unterhaltsame SF-Humor-Abwechslung für zwischendurch. Wer Per Anhalter durch die Galaxis gelesen hat, braucht Band zwei allerdings nicht zwingend.

Kommentare:

  1. Tszzz... Frevel. Ich fand den Erzählstil übrigens auch ein bisschen mager (mir wurde die englische Version empfohlen, die ich leider nicht gelesen hatte). Gereizt hatten mich aber die schrägen Ideen. Und sehr schön finde ich auch, wie wundervoll und einzigartig die Erde durch Douglas dargestellt wird (wurde übrigens in der BBC-Serie sehr schön umgesetzt). Das ganze Universum eine trostlose Wüste mit einem einzigen niedlichen Planeten mittendrin.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Manche Ideen sind auch gut. Teilweise gesellschaftskritisch oder warnend. Gerade der letzte Teil als ein Kolonisationsschiff voller vergnügungssüchtiger Flüchtlinge auf der Erde landen, um sie als neue Heimat zu besiedeln und als allererstes Laubblätter als Zahlungsmittel einführen (was aufgrund des häufigen Vorkommens inflationären Wert hat und dazu führt, dass man erstmal aus Wertsteigerungsgründen alle Wälder des Planeten abfackeln will)

      Aber diese Ideen hängen eben irgendwie so rum in einem Gemisch aus Zeitreise-hin und Zeitreise-her-Gedudel, was immer auf dieselbe Weise witzig sein will. Spätestens als am Schluss die Frage zur Antwort 42 geklärt wird, war mir nicht mehr nach Lachen. Das war zutiefst unlustig.

      Löschen